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Jüdischer Friedhofsverwalter lebt auf dem alten jüdischen Friedhof von Frankfurt

Sonntag, 05. Juli 2026 · 16:30 Uhr

Majer Szanckower hat mehr als 25 Jahre als Verwalter der jüdischen Friedhöfe in Frankfurt gearbeitet. Er wohnt seit vielen Jahren auf dem alten jüdischen Friedhof und hat dort mit seiner Familie gelebt. Der 78-Jährige ist stolz darauf, die Geschichte der dort ruhenden Menschen zu bewahren. Er führt Besucher durch die Grabstätten und erzählt über Persönlichkeiten, die in der Stadt eine wichtige Rolle gespielt haben. Szanckower hat in seiner Arbeit auch oft mit Menschen zu tun, die nach Angehörigen suchen, die im Holocaust umgekommen sind. Er selbst wird nach seiner Pensionierung auf dem Friedhof beerdigt, wo auch seine Eltern und sein Bruder liegen.

Seine Familie kam 1957 nach Frankfurt, nachdem sie in einem Lager für Vertriebene in Bayern gelebt hatte. Szanckower wuchs dort auf und lernte später den Beruf des Zahntechnikers. Später kam er durch eine jüdische Beerdigungsbruderschaft in den Beruf des Friedhofsverwalters. Er betont, dass es wichtig sei, niemanden zu vergessen. Die Grabsteine seien ein Zeichen dafür, dass die Toten in der Erinnerung der Stadt bleiben.

Auf dem alten jüdischen Friedhof in Frankfurt ruhen viele historisch bedeutende Persönlichkeiten. Szanckower führt Besucher gerne zu den Gräbern von Menschen, die nicht nur reiche Bankiers waren, sondern auch andere wichtige Bürger der Stadt. Er erzählt von der Familie Speyer, die maßgeblich an der Gründung der Universität und des Paul-Ehrlich-Instituts beteiligt war. Auch der Nobelpreisträger Paul Ehrlich ist dort begraben. Szanckower ist sich sicher, dass die Stadt ohne diese Menschen nicht so geworden wäre, wie sie heute ist.

Die Grabstätten sind weitgehend digitalisiert, was die Suche nach Angehörigen erleichtert. In 95 Prozent der Fälle können die Gräber gefunden werden. Szanckower hat viele bewegende Momente erlebt, bei denen Menschen aus dem Ausland ihre Verwandten wiedergefunden haben. Er selbst wird nach seiner Pensionierung weiterhin Menschen über den Friedhof führen und ihre Bedeutung für die Stadt erklären.

Quelle: hessenschau – hessenschau.de ↗ · automatisch zusammengefasst