WiesbadenNews
← Alle Meldungen
SZ Sport · Sport
Sport

Acht Tunesien-Spieler positiv auf Clenbuterol getestet

Sonntag, 05. Juli 2026 · 15:59 Uhr

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft wurden acht Spieler des tunesischen Nationalteams positiv auf Clenbuterol getestet. Das Medikament, das zur Muskelaufbauhilfe und bei Asthma eingesetzt wird, wurde in der Rinderzucht in Mexiko häufig verwendet. Die Tests fanden im Rahmen von Recherchen britischer Medien statt, bevor das Achtelfinale gegen Mexiko begann. Die FIFA hat sich bislang nicht offiziell dazu geäußert. Die Wada stuft die Werte als „atypische Funde“ ein, da sie unter der Dopingschwelle liegen. Die tunesischen Spieler sind mittlerweile wieder in ihrem Heimatland und wurden von ihren Klubs informiert. Es sind keine Konsequenzen geplant. Der Vorfall wirft jedoch Fragen zu der Transparenz und Kontrolle im Fußball-Weltverband auf.

Die Verwendung von Clenbuterol ist in Mexiko ein bekanntes Problem, da das Medikament in der Rinderzucht eingesetzt wird. Bei der U17-Weltmeisterschaft 2011 in Mexiko wurden zahlreiche Spieler positiv getestet, doch die Fälle wurden auf eine Lebensmittelkontamination zurückgeführt. Die FIFA hat in der Vergangenheit oft die Kontrolle über Dopingfälle selbst übernommen und sich nicht an die Wada gehalten. Dies wirft die Frage auf, ob Doping im Fußball systematisch verschleiert wird. Die FIFA betont, dass sie allein das Recht hat, über Dopingfälle zu entscheiden, was zu Kritik führt.

Der Vorfall bei Tunesien zeigt, dass Doping im Fußball ein großes Problem ist, das oft nicht öffentlich diskutiert wird. Die FIFA hat in der Vergangenheit Dopingfälle verschwiegen, wie beispielsweise bei der WM 2014 in Brasilien, als der russische Kader auf einer Verdachtsliste stand. Die Kontrolle bleibt in den Händen des Verbands, was zu Misstrauen führt. Die Wada kritisiert die Praxis, doch die FIFA bleibt unbeeindruckt. Die Verantwortung für die Kontrolle bleibt bei ihr, was zu einer fehlenden Unabhängigkeit führt.

Die Situation bei der WM wirft die Frage auf, ob die FIFA wirklich bereit ist, Doping zu bekämpfen. Die Verbreitung von Clenbuterol durch Lebensmittel, wie in Mexiko, zeigt, dass es nicht immer leicht ist, Doping zu verhindern. Dennoch bleibt die FIFA in der Lage, Fälle zu verschleiern oder zu verschweigen. Die Spieler selbst sind oft nicht informiert, und die Konsequenzen bleiben aus. Dies untergräbt das Vertrauen in den Sport und die Integrität der Weltmeisterschaft.

Quelle: SZ Sport – sueddeutsche.de ↗ · automatisch zusammengefasst