Palliativarzt vor Gericht: 15 Morde angeklagt
Ein ehemaliger Medizinstudent aus Frankfurt steht vor Gericht, weil er 15 Menschen getötet haben soll. Der 41-Jährige, der zwischen 2004 und 2013 an der Goethe-Universität in Frankfurt studierte, wird in einem Mordprozess in Berlin angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn lebenslange Haft sowie ein Berufsverbot. Die Opfer, die zwischen 25 und 94 Jahre alt waren, wurden zwischen September 2021 und Juli 2024 getötet. Der Angeklagte soll zudem mehrfach Feuer in den Wohnungen der Toten gelegt haben, um die Taten zu verschleiern. Er saß seit August 2024 in Untersuchungshaft. Kurz vor Schluss des Verfahrens gestand er zwölf der 15 Morde. Er gab an, die Menschen aus Mitleid getötet zu haben. Die Verteidigung hält eine lebenslange Haft für angemessen, lehnt jedoch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ab. Parallel laufen weitere Ermittlungen zu 76 weiteren Verdachtsfällen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, in seiner Funktion als Palliativarzt schwerstkranke Patienten mit Medikamenten getötet zu haben. Die Taten fanden in der Zeit zwischen 2021 und 2024 statt. Der Arzt, der seit 2020 für einen Berliner Palliativpflegedienst tätig war, hat sich bislang nicht ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. Er habe sich nach eigenen Angaben von seiner Pflicht als Arzt leiten lassen, um Leid zu beenden. In seiner Aussage bat er Angehörige, Familie und Kollegen um Vergebung. Die Verteidigung betont, dass der Angeklagte nicht als gefährlich eingestuft werden müsse. Dennoch ist eine lebenslange Freiheitsstrafe wahrscheinlich.
Die Opfer, die in ihrer letzten Lebensphase begleitet wurden, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft in ihren eigenen Wohnungen getötet. Der Verdächtige soll nach den Taten Feuer in den Räumen gelegt haben, um Spuren zu verwischen. Die Ermittlungen zu den 76 weiteren Fällen laufen weiter. Ob eine weitere Anklage folgt, ist noch unklar. Der Prozess endete mit der Geständnis der zwölf Morde, während drei weitere Taten noch ungeklärt sind. Die Gerichtsverhandlung war von großer öffentlicher Aufmerksamkeit begleitet worden.
Der Fall wirft Fragen zu der Arbeit von Palliativmedizinern auf. Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Taten nicht im Rahmen der üblichen Palliativversorgung stattgefunden haben. Der Verdächtige war in seiner Funktion als Arzt für die Betreuung schwerkranker Patienten verantwortlich. Die Verhandlung hat gezeigt, wie komplex solche Fälle sind. Die Gerichtsentscheidung wird nun abgewartet, um zu klären, ob der Mann für immer aus dem Beruf verbannt wird und wie schwerwiegend die Taten bewertet werden.