Soziologe warnt vor Gefahren im Frankfurter Reichsbürgerprozess
Der Frankfurter Reichsbürgerprozess, der seit zwei Jahren läuft, zieht zunehmend weniger Zuschauer an. Laut Soziologe Henning de Vries, Geschäftsführer des International Centre for War Crimes Trials, ist die Gruppe Reuß, die im Zentrum des Verfahrens steht, keineswegs harmlos. De Vries beobachtet, dass die Angeklagten, die sich vehement gegen die Zuschreibung als Reichsbürger wehren, dennoch eine klare Distanz zur Bundesrepublik zeigen und an Verschwörungstheorien glauben. Der Prozess ist ein Beispiel dafür, wie der Rechtsstaat gegen eine Gruppe agiert, die seine Autorität nicht anerkennt. Trotz der bizarren Aspekte des Verfahrens bleibt die Gefährlichkeit der Ideologien, die die Angeklagten vertreten, bestehen. Das Trial Monitoring Program der Philipps-Universität Marburg bildet Studierende aus, um solche Prozesse methodisch zu beobachten und zu analysieren.