Belgien kritisiert Fifa nach Trump-Einfluss und Trainingsproblemen
Der belgische Fußballverband (RBFA) hat sich nach einer Intervention von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Präsident Gianni Infantino kritisch geäußert. Die Mannschaft erhielt die Rotsperre von US-Stürmer Balogun für das Achtelfinale gegen Belgien erst durch die Presse mitgeteilt. Zudem monierten die Belgier, dass das Trainingsquartier für das Viertelfinale gegen Spanien nicht den erforderlichen Standards entspreche. Der RBFA ist einer von rund zwei Dutzend europäischen Verbänden, die eine weitere Amtszeit Infantinos unterstützen könnten, wobei ein Unterstützungsschreiben vermutet wird.
Der Konflikt um Infantinos Amtszeit spiegelt den Kampf um die europäischen Stimmen wider. Die Uefa lehnt Infantino klar ab, während er sich auf Verbände aus Afrika, Asien und Amerika stützt. Der für Europa zuständige Fifa-Direktor Elkhan Mammadov war bereits in der Vergangenheit in Kontroversen verwickelt, etwa mit Jürgen Klopp. Die EU-Parlamentarier fordern eine Untersuchung zu der Trump-Intervention und der Behandlung von Balogun.
Mehrere Verbände erwägen, ihre Unterstützung für Infantino zurückzuziehen. Die Liste der Unterstützer des EU-Parlaments umfasst bereits 72 Namen, darunter auch deutsche Politiker. Der DFB hat zwar kein Unterstützungsschreiben unterzeichnet, gibt aber keine klare Position zu einer Untersuchung bekannt. Auch der englische Verband (FA) steht unter Druck, da seine Präsidentin in Infantinos Rat sitzt.
Die Situation zeigt, wie stark die politische Einflussnahme auf den Fußball geworden ist. Die EU fordert Transparenz und Aufklärung, während der Druck auf die Verbände zunimmt, ihre Haltung zu klären.