Mehr als 100 Obdachlose übernachten in provisorischer Zeltstadt in Frankfurt
Nach der Schließung der Notübernachtung am Eschenheimer Tor in Frankfurt übernachten mehr als 100 Obdachlose in einer provisorischen Zeltstadt in der Bockenheimer Anlage. Peter Arbeiter, der früher in der U-Bahn-Station übernachtete, ist einer der Betroffenen. Die Zeltstadt besteht aus fünf Zelten mit 90 Feldbetten und ist als Ersatz für die ehemalige Unterkunft eingerichtet worden. Der Verein für soziale Heimstätten betont, dass das Angebot niedrigschwellig und für alle zugänglich ist. Viele Obdachlose, die in der U-Bahn-Station untergekommen waren, finden in der Zeltstadt eine Alternative, die nicht so stark reguliert ist wie andere Einrichtungen.
Die Verkehrsgesellschaft VGF kündigte den Vertrag mit der Stadt, wodurch die Notübernachtung geschlossen wurde. Die Stadt und der Katastrophenschutz stellten daraufhin die Zeltstadt auf. Peter Arbeiter berichtet, dass die ehemalige Unterkunft zwar Probleme wie Gewalt und Schmutz aufwies, aber für viele Menschen ein Schutz vor der Straße war. Er selbst hat in der B-Ebene der U-Bahn-Station übernachtet und ist nun in der Zeltstadt. Er kritisiert, dass die Schließung der Einrichtung nicht nur aus Sicherheitsgründen erfolgt sei, sondern auch aufgrund von Beschwerden von Anwohnern und Passanten.
Andrea Knechtel, Sozialarbeiterin im Franziskustreff, betont, dass viele Obdachlose psychisch erkrankt sind und auf leicht zugängliche Angebote angewiesen sind. Sie sieht in der Zeltstadt eine wichtige, wenn auch vorübergehende Lösung. Das Sozialdezernat der Stadt betont, dass nach einer langfristigen Alternative gesucht wird, die niedrigschwellig bleibt. Peter Arbeiter hofft, dass die politischen Probleme, die zu der Schließung führten, endlich angesprochen werden.
Die Zahl der Obdachlosen in Frankfurt wird auf etwa 200 bis 300 geschätzt. Viele von ihnen waren in der Notübernachtung am Eschenheimer Tor untergebracht. Die Stadt betont, dass die Zeltstadt ein Provisorium ist und nach einer dauerhaften Lösung gesucht wird. Die Verantwortlichen hoffen, dass es schnell zu einer Alternative kommt, die den Bedürfnissen der Betroffenen entspricht.