Fast die Hälfte der geprüften Mieten in Hessen zu hoch
Ein Online-Tool zur Überprüfung von Mieten hat in Hessen bereits mehr als 8.700 Nutzungsvorgänge erfasst. In fast jedem zweiten Fall wurde eine zu hohe Miete festgestellt. Die Linke im Bundestag betont, dass viele Mieterinnen und Mieter aus Angst vor Sanktionen oder Verlust der Wohnung keine Meldung tätigen. In Frankfurt und Wiesbaden war die Quote der überhöhten Mieten besonders hoch. In einigen Fällen lag die Miete mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, was unter Umständen eine Straftat darstellen kann.
Das Tool, das seit 2024 in einigen Städten verfügbar ist, ermöglicht eine schnelle Einschätzung der Mietpreise. In Hessen sind sechs Städte beteiligt: Frankfurt, Kassel, Darmstadt, Wiesbaden, Gießen und Marburg. Die Nutzung variiert stark zwischen den Städten. In Frankfurt wurden beispielsweise über 3.300 Prüfungen durchgeführt, in 50 Prozent der Fälle war die Miete zu hoch. In Gießen lag die Quote der überhöhten Mieten mit fast 60 Prozent besonders hoch. Insgesamt wurden in Hessen rund 4.000 Fälle von zu hohen Mieten identifiziert, wobei der durchschnittliche Überschuss bei etwa 50 Prozent lag.
Die Linke kritisiert, dass nur wenige Mieterinnen und Mieter die Möglichkeit nutzen, eine überhöhte Miete offiziell zu melden. In Hessen gingen nur knapp 200 solche Meldungen ein. Die Partei vermutet, dass Angst vor Sanktionen oder Verlust der Wohnung eine Rolle spielt. In Frankfurt hat das Wohnungsamt bereits seit 2020 tausende Verfahren zur Mietpreisüberprüfung durchgeführt und Rückzahlungen in Höhe von über 330.000 Euro erwirkt.
Die Stadt Frankfurt bietet zudem einen eigenen Mietspiegel-Rechner an, der detaillierte Angaben zur Wohnung benötigt, um eine genaue Einschätzung zu ermöglichen. Die Linke nennt Frankfurt als Vorbild bei der Bekämpfung von Mietwucher und betont, dass die Prüfung von Mietpreisen nicht nur möglich, sondern auch effektiv ist.