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Neue Professur für Demokratieforschung in Wiesbaden mit türkischem Politikwissenschaftler

hessenschauDonnerstag, 16. Juli 20262 Min. Lesezeit

Ein türkischer Politikwissenschaftler wird ab dem Wintersemester an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden eine neue Gast-Professur für Demokratieforschung antreten. Der Wissenschaftler, Volkan Çidam, wurde am Donnerstag in der hessischen Landeshauptstadt mit der Ernennungsurkunde ausgezeichnet. Das Land Hessen hat ein Programm zur Stärkung der Demokratieforschung ins Leben gerufen, das auch finanzielle Mittel in Höhe von bis zu 330.000 Euro pro Jahr vorsieht. Çidam hat in der Türkei an der Boğaziçi-Universität gelehrt und ist ein Kenner der Demokratietheorie sowie der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Er warnte vor der zunehmenden Autorisierung in der Türkei und betonte die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft. Der Wissenschaftsminister würdigte sein Engagement für Demokratie und Frieden.

Die Professur ist nach der Frankfurter Paulskirche benannt, in der vor rund 180 Jahren die Grundlagen der parlamentarischen Demokratie gelegt wurden. Die Nationalversammlung der Jahre 1848/49 tagte dort und entwarf eine Verfassung, die später in die Weimarer Republik und das Grundgesetz einfließen sollte. Çidam will mit seiner Professur die Wissenschaft stärker in die Gesellschaft einbinden und plant unter anderem ein Demokratiefestival und ein Gesprächsforum. Er betonte, dass auch in etablierten Demokratien die Wissenschaftsfreiheit unter Druck geraten könne.

Der Wissenschaftsminister verwies auf die historische Bedeutung der Paulskirche und hob Çidams persönliches Engagement für Demokratie in der Türkei hervor. Der Politikwissenschaftler selbst betonte, dass die Wissenschaft eine zentrale Rolle bei der Stärkung der Demokratie spiele. Er wolle die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft sichtbar machen und sie auch den Studierenden vermitteln. Die Professur soll zudem ein Rahmenprogramm umfassen, das wissenschaftlich und gesellschaftlich wirkt.

Die Ernennung von Çidam ist Teil eines landesweiten Programms, das die Demokratieforschung in Hessen stärken soll. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, die Wissenschaft als Widerstandsfaktor gegen Extremismus und autoritäre Strukturen zu nutzen. Die Professur wird in der Hochschule Rhein-Main angesiedelt und soll in Zukunft auch als Plattform für öffentliche Diskurse dienen.

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