Frankfurter Drogenhilfe warnt vor Rückkehr zur Strafverfolgung
In Frankfurt wird der seit drei Jahrzehnten verfolgte Ansatz der Drogenpolitik, Sucht als Krankheit statt als Straftat zu betrachten, von Hilfseinrichtungen als gefährdet angesehen. Claudia Ak, eine 59-jährige ehemalige Drogenabhängige, schildert ihre Erfahrungen mit der Sucht und erzählt von der Todesfälle, die sie erlebt hat. Sie betont, dass viele dieser Tode vermeidbar gewesen wären, wenn die Hilfe für Abhängige besser zugänglich wäre. Die Zahl der Drogentoten in Frankfurt ist in den letzten zwölf Monaten gestiegen, was nach Ansicht von Suchthilfeträgern auf eine zunehmende Repressivität in der Drogenpolitik zurückzuführen sei. Die Frankfurter Drogenhilfeinitiative La Strada fordert unter anderem das Einführen von Drug-Checking, um die Sicherheit der Konsumenten zu erhöhen. Die Stigmatisierung von Drogenabhängigen sei in den letzten Jahren stark gestiegen, was zu weniger Unterstützung führe und letztlich auch zu mehr Todesfällen beitrage.
Die Drogenpolitik in Frankfurt, auch als „Frankfurter Weg“ bekannt, setzt auf Konsumräume, Ersatzdrogen und sozialarbeiterische Betreuung, um die Schäden durch Drogenkonsum zu minimieren. In den neunziger Jahren gelang es, die Zahl der Drogentoten deutlich zu senken. Doch in jüngster Zeit zeigt sich eine Trendwende. Laut Angaben des Drogenreferats der Stadt sind in den letzten zwölf Monaten 45 Menschen an Drogenkonsum oder dessen Folgen gestorben, im Vorjahreszeitraum waren es 30. In ganz Deutschland stieg die Zahl der Drogentoten 2025 auf 2.150. Die Drogenhilfe sieht in dieser Entwicklung eine Gefahr für den bisherigen Ansatz.
Die Kritik an der Drogenpolitik wird auch von der hessischen Landesregierung laut. Der Innenminister der Region kritisierte die Gesundheitspolitik der Stadt und warf ihr eine „naive“ Haltung vor. Zudem wird die zunehmende Präsenz von Crack-Abhängigen im Bahnhofsviertel als Problem gesehen. Die Drogenhilfe fordert, dass Drug-Checking in Konsumräumen eingeführt wird, um die Sicherheit der Konsumenten zu erhöhen. Derzeit fehlt in Hessen jedoch eine gesetzliche Grundlage dafür.
Am 21. Juli findet der Internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende statt. In Frankfurt und Kassel werden dazu Gedenkfeiern veranstaltet, um den Opfern der Sucht zu gedenken. Viele der Verstorbenen werden aufgrund hoher Beerdigungskosten anonym beerdigt. Die Initiativen der Suchthilfe wollen damit Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Betroffenen lenken und die Stigmatisierung von Drogenabhängigen bekämpfen.
KI-gestützte Zusammenfassung amtlicher Meldungen · Original: hessenschau ↗