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Marokko wird zum zentralen Akteur im afrikanischen Fußball

SZ SportMittwoch, 22. Juli 20262 Min. Lesezeit

Der marokkanische König Mohammed VI. hat nach dem Sieg der Nationalmannschaft bei der WM 2022 persönlich gratuliert und damit die enge Verbindung zwischen Monarchie und Fußball unterstrichen. Die Verknüpfung von Staat und Sport ist in Marokko tief verwurzelt, wobei der König in offiziellen Reden und symbolischen Aktionen immer wieder präsent ist. In der Vergangenheit hat die Monarchie den Fußball als Instrument zur Stabilisierung der Gesellschaft genutzt, insbesondere nach der Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien. Derzeit ist Marokko als einer der drei Gastgeber der WM 2030 in der internationalen Fußballszene stark präsent. Der Präsident des marokkanischen Fußballverbandes, Fouzi Lekjaa, hat zudem eine führende Rolle im afrikanischen Fußball und wird als Schlüsselfigur für die Entwicklung des Sports in der Region angesehen.

Die Verbindung zwischen Politik und Fußball in Marokko geht weit zurück. Schon in der Kolonialzeit gab es Versuche, den Zugang zum Sport für Muslime zu ermöglichen, und nach der Unabhängigkeit 1956 wurde der Fußball von der Monarchie stark gefördert. Der damalige König Hassan II. gründete Vereine und beeinflusste die sportliche Entwicklung direkt. Heute ist die Verbindung zwischen Staat und Sport weiterhin stark, was in der Bevölkerung jedoch unterschiedlich wahrgenommen wird. Während einige die Investitionen in Infrastruktur und Nachwuchsarbeit begrüßen, kritisieren andere die soziale Ungleichheit, die in einigen Regionen hoch ist.

Fouzi Lekjaa, der auch im Finanzministerium tätig ist, hat eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der WM 2030. Er ist Mitglied des Fifa-Rates und stieg 2025 zum Vizepräsidenten des afrikanischen Verbands Caf auf. Kritiker werfen ihm vor, den afrikanischen Fußball zu dominieren, was in einigen Ländern Unruhe auslöst. Zudem wird Marokko als strategisch wichtiger Partner für die Fifa angesehen, insbesondere in der Entwicklung des Fußballs in Afrika. Die WM 2030 könnte somit auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung des Landes im internationalen Fußball sein.

Die Rolle des Königs bei der WM 2022, als er eigenhändig durch die Hauptstadt fuhr, zeigte, wie stark die Verbindung zwischen Monarchie und Sport in Marokko ist. Auch bei der Vorbereitung der WM 2030 wird die Monarchie eine wichtige Rolle spielen. Obwohl die politische Einflussnahme auf den Sport in vielen Ländern umstritten ist, bleibt in Marokko die Verknüpfung zwischen Staat und Fußball ein fester Bestandteil der nationalen Identität.

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