Pflegeheime in Wiesbaden kämpfen mit Hitze, Klimaanlagen fehlen
In mehreren Pflegeheimen im Wiesbadener Raum erreichten die Temperaturen in der Sommerhitze des Jahres 2026 über 30 Grad. Die Bewohner und Pflegekräfte setzen auf vorübergehende Maßnahmen wie Kühl-Sprays und Eiswagen, um die Hitzewelle zu überstehen. Experten und Pflegeeinrichtungen kritisieren den fehlenden langfristigen Schutz vor extremen Temperaturen. Die Kosten für Klimaanlagen seien zu hoch, und Förderprogramme seien nicht ausreichend. Einige Einrichtungen versuchen, Investitionen durch Nachlässe zu finanzieren, doch die Lösung bleibt unklar.
Die Hitzewelle Ende Juni 2026 führte zu einem deutlichen Anstieg der Sterbefälle in Pflegeheimen, wie Auswertungen des Robert-Koch-Instituts und des Hessischen Landesamts für Gesundheit und Pflege zeigen. In Wiesbaden-Bierstadt erreichten die Temperaturen in den Zimmern bereits um 11 Uhr 28 Grad. Pflegekräfte schieben Kaltgetränke durch die Gänge, um den Bewohnern zu helfen. Ein Bewohner berichtet, dass es in der Hitzewelle für ihn selbst bereits zu viel gewesen sei.
Die Caritas und andere Pflegeeinrichtungen in Hessen sehen sich mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Fördermittel für Klimaanlagen fehlen, und die Einrichtungen können sich Investitionen nur schwer leisten. Die Kosten für Klimaanlagen werden oft als Investitionsausgaben verbucht, die letztlich auf die Bewohner abgewälzt werden. Einige Einrichtungen, wie die AWO in Wiesbaden, planen, Klimaanlagen aus Nachlässen zu finanzieren, doch die Mittel reichen nicht aus.
Experten wie Henny Annette Grewe betonen, dass langfristige Maßnahmen notwendig sind, um Pflegeheime klimafest zu machen. Klimaschonende Alternativen wie Wärmepumpen oder Photovoltaik-Anlagen werden empfohlen. Doch bislang gibt es keine klaren rechtlichen Vorgaben für die Zimmer-Temperatur in Pflegeeinrichtungen. Die Politik wird aufgefordert, mehr Unterstützung zu leisten, um die Pflegeinfrastruktur zu sichern.