Fifa-Präsident steht unter Druck nach Vorwürfen von Mitarbeiter
Ein hochrangiger Mitarbeiter der Fifa hat schwerwiegende Vorwürfe gegen Präsident Gianni Infantino erhoben. Kevin Lamour, Betriebsdirektor der Organisation, warf dem Amtsinhaber vor, Mitarbeiter zu behindern und zu unterdrücken. In einem Schreiben an die Nachrichtenagentur AP kritisierte er die Pläne der Fifa, private Investoren in die WM-Geschäfte einzubinden. Auch ein ehemaliger Berater, Carlos Cordeiro, hatte sich zuvor aus Protest zurückgezogen. Die Pläne stoßen auf starken Widerstand, insbesondere in Europa. Die Europäische Fußball-Union droht mit Boykott von Fifa-Wettbewerben, falls die Investorenpläne umgesetzt werden. Gleichzeitig wird die mögliche Erweiterung der WM auf 64 Mannschaften untersucht.
Lamour betonte, dass er zwar nicht zurückgetreten sei, aber bereit sei, seinen Job zu verlieren, wenn es nötig sei. Er kritisierte die Art und Weise, wie die Pläne umgesetzt würden. Die Fifa will mit einem neuen Tochterunternehmen, der FFE, die kommerziellen Rechte an den Wettbewerben bündeln. Private Investoren könnten bis zu 20 Prozent der Anteile erwerben. Ob die Mehrheit der 211 Verbände der Idee zustimmt, ist fraglich.
Zusätzlich wird die Idee, die WM auf 64 Mannschaften zu erweitern, geprüft. Ein unabhängiges Unternehmen soll bis zum 14. August die Auswirkungen analysieren. Die letzte WM mit 48 Mannschaften fand in den USA, Kanada und Mexiko statt. Infantino hatte damals die Diskussion über eine weitere Vergrößerung angestoßen und betonte, dass dies ein Thema sei, das nach der Veranstaltung weiter verfolgt werden müsse.
Die aktuelle Debatte zeigt, dass die Fifa mit starken internen und externen Kritikpunkten konfrontiert ist. Die Pläne zur Einbindung von Investoren und zur Erweiterung der WM stoßen auf Widerstand, sowohl innerhalb der Organisation als auch bei den Mitgliedsverbänden. Die Entscheidungen, die in den kommenden Wochen getroffen werden, könnten den künftigen Weg des Weltverbandes entscheiden.