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hessenschau · Gesellschaft · 18:24 Uhr

Drei Betrüger wegen Schockanrufen zu Haftstrafen verurteilt

Montag, 03. August 2026 · 18:24 Uhr

Das Landgericht Frankfurt hat drei Mitglieder einer Betrügergruppe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten sollen ältere Menschen durch erfundene Notlagen in Panik versetzt und zu der Herausgabe ihres Vermögens gezwungen haben. Eine 25 Jahre alte Frau und ein 20-jähriger Mann erhalten jeweils sechs Jahre Haft, ein weiterer 20-jähriger Mann erhält vier Jahre und sechs Monate. Das Gericht bezeichnete die Taten als besonders verwerflich. Die Betrüger agierten im Rhein-Main-Gebiet und sammelten unter anderem Bargeld und Wertsachen bei den Opfern. Eine der Angeklagten wurde im November 2025 festgenommen, nachdem sie eine 88-jährige Frau in Frankfurt abgeholte. Die beiden anderen Männer wurden später in der Frankfurter Innenstadt verhaftet. Ein 86-jähriger Mann aus Offenbach verlor im August 2025 eine Münzsammlung im Wert von 175.000 Euro, nachdem er durch einen falschen Polizisten über einen angeblichen Unfall seiner Tochter in Spanien belogen worden war. Die Lüge kam ans Licht, als ein Betrüger versehentlich von einem italienischen Gefängnis sprach. Der Mann meldete sich danach bei der Polizei und gab an, sich betrogen zu haben.

Die Betrügergruppe soll international agiert haben und sich auf Schockanrufe spezialisiert haben. Die Opfer wurden gezielt ausgewählt, da sie besonders verletzlich waren. Das Gericht betonte, dass die Taten nicht nur finanziell, sondern auch psychisch schwerwiegend seien. Die Verurteilten sind noch nicht rechtskräftig, da das Urteil noch nicht vollständig rechtskräftig ist. Der Vorsitzende Richter verwies auf die Niederträchtigkeit der Vorgehensweise und die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen. Die Angeklagten sollen sich in der Vergangenheit mehrfach an solchen Betrugsmethoden beteiligt haben.

Die Polizei erhielt Hinweise auf die Täter durch einen Zeugen, der die Aktivitäten der Gruppe beobachtete. Die Festnahme der 25-Jährigen erfolgte nachdem sie eine 88-jährige Frau in einem Wohngebiet abholte. Die beiden anderen Männer wurden in einem Hotel in der Innenstadt festgenommen. Der 86-jährige Mann aus Offenbach gab an, sich nach dem Anruf in einem Schockzustand zu befinden und die Situation nicht mehr zu verstehen. Er übergab die Münzsammlung, um eine angebliche Kaution zu zahlen. Die Betrüger setzten den Mann weiter unter Druck, bis die Lüge aufflog. Der Mann betonte im Gericht, dass er sich über seine eigene Naivität ärgere, aber glücklich sei, dass seine Tochter unversehrt sei.

Das Verfahren zeigt, wie gefährlich und tiefgreifend die Methoden von Betrügern sein können. Die Opfer wurden nicht nur finanziell geschädigt, sondern auch emotional belastet. Die Polizei warnt vor solchen Anrufen und bittet um erhöhte Aufmerksamkeit. Die Täter sollen sich in der Vergangenheit mehrfach an ähnlichen Betrugsmethoden beteiligt haben. Das Landgericht Frankfurt hat die Verurteilung als eine klare Absage an solche Taten gewertet. Die Angeklagten können sich auf eine weitere Instanz vorbereiten, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Quelle: hessenschau – hessenschau.de · automatisch zusammengefasst

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