Wiesbaden News
hessenschau · Gesellschaft · 16:20 Uhr

Frankfurter Reichsbürgerprozess: Angeklagter bestätigt Waffenkaufversuch

Mittwoch, 05. August 2026 · 16:20 Uhr

Im Frankfurter Reichsbürgerprozess hat ein Angeklagter am Mittwoch bestätigt, dass das mutmaßliche Netzwerk um Heinrich XIII. Prinz Reuß versucht haben soll, Waffen zu beschaffen. Der Ex-Soldat Peter W. erklärte, dass ein kriminelles Brüderpaar in der Schweiz mit der Beschaffung beauftragt worden sei. Laut seinen Angaben seien 30.000 Euro dafür gezahlt worden. Ziel sei es gewesen, den militärischen Arm des Netzwerks auszurüsten, allerdings nicht für einen Angriff auf den Reichstag, sondern für die Befreiung von Kindern, die in unterirdischen Verliesen gefangen sein sollen. Die Waffen seien jedoch nie geliefert worden.

Die Verhandlung im Fall des mutmaßlichen Reichsbürger-Netzwerks begann im Mai 2024. Neun Angeklagte müssen sich vor dem Oberlandesgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, einen bewaffneten Umsturz geplant zu haben. Peter W. bestätigte in seinem vierten Prozesstag, dass er das Reichstagsgebäude ausgekundschaftet habe. Seine Aussage widerspricht anderen Angeklagten, die behauptet hatten, keine Waffen erwerben zu wollen. Der Betrag von 30.000 Euro sei für die Beobachtung von Verliesen gedacht gewesen, in denen nach Vorstellung der Gruppe Kinder gefangen seien. Die Anklage spricht von einem sechsstelligen Betrag, der an die Schweizer Brüder geflossen sei, ohne dass Lieferungen stattfanden.

Peter W. war in den letzten Monaten immer stärker in den Fokus der Beweisaufnahme geraten. Chatprotokolle und Zeugenaussagen legten nahe, dass er an Planungen zur Erstürmung des Reichstags beteiligt war. Ein Mitangeklagter hatte ihn zudem als gewaltbereit bezeichnet. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

Der Fall ist Teil eines größeren Ermittlungsverfahrens, bei dem mehrere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe vor Gericht stehen. In parallel laufenden Prozessen in München und Stuttgart müssen weitere Angeklagte sich verantworten. Die Anklage lautet auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie auf Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens.

Quelle: hessenschau – hessenschau.de · automatisch zusammengefasst

Mehr aus Rhein-Main

Alle Meldungen