Frankfurter Kreativszene kritisiert teures Kunstprojekt ohne Ausschreibung
Ein neues Kunstwerk hängt ab kommender Woche über der Konstablerwache in Frankfurt. Die Skulptur der US-Künstlerin Janet Echelman ist mit 2,3 Millionen Euro aus Steuermitteln finanziert und sorgt für Kontroversen. Die Auftragsvergabe erfolgte ohne Wettbewerb oder öffentliche Debatte. Die Stadt Frankfurt hat das Kunststoff-Netz für drei Jahre gemietet und erwägt einen Vorkauf. Die Kosten für die Miete sowie für den Aufbau bleiben geheim. Kritik kommt vor allem aus der Kreativszene, die sich über die fehlende Transparenz und die fehlende Einbindung von lokalen Künstlern beklagt. Die Kulturdezernentin Ina Hartwig versteht die Unzufriedenheit, betont aber, dass das Projekt nicht aus anderen Bereichen finanziert wurde.
Die Skulptur, die unter dem Namen „Earthtime 1.78“ bekannt ist, war bereits in mehreren Städten wie Dubai, Madrid und Wien zu sehen. Künstler wie Tobias Rehberger und Claus Fischer kritisieren, dass das Werk als „kitschig“ wahrgenommen wird und die Kreativszene nicht frühzeitig in den Prozess einbezogen wurde. Sie sehen darin eine Chance verpasst, lokale Talente einzubeziehen. Die Stadt betont, dass das Werk in Frankfurt individuell angepasst wurde und nur in den kalten Monaten abgenommen wird, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.
Die Einweihung mit der Künstlerin ist für den nächsten Dienstag geplant. Die Kritik an der Finanzierung und der Verfahrensweise bleibt jedoch bestehen. Die Kulturdezernentin räumt ein, dass das Projekt sowohl als künstlerisches Angebot als auch als Störfaktor wahrgenommen wird. Die Debatte um die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum bleibt weiterhin aktuell.
Die Diskussion um das Projekt zeigt, wie sensibel die Finanzierung und die Auswahl von Kunstwerken im öffentlichen Raum ist. Viele fragen sich, ob solche Projekte transparenter und inklusiver gestaltet werden könnten, um die Kreativszene stärker einzubeziehen.