Darmstädter Forscher arbeiten an fairer Biometrie für alle Hauttöne
In Darmstadt forscht ein Team an der Hochschule an einer fairen Biometrie, um Benachteiligungen bei der Gesichtserkennung zu vermeiden. Besonders Menschen mit dunkler Hautfarbe können bei der Qualität von Passbildern benachteiligt sein. Der Professor Christoph Busch betont, dass es darum geht, dass alle Menschen gleichermaßen zuverlässig erkannt werden. Die Software OFIQ soll die Bewertung von Passbildern automatisieren und objektiver machen. Bisher basierten die Daten auf Bildern heller Hauttöne, was zu Fehlern bei dunkleren Hautfarben führte.
Das Forschungsteam hat einen einzigartigen Datensatz namens DAST erstellt, der Fotos von Menschen mit unterschiedlichen Hauttönen enthält. Jedes Bild wird unter gleichen Bedingungen aufgenommen und mit einem Messgerät der Hautton bestimmt. Die Software bewertet die Bilder anhand von Belichtung, Schärfe und Kontrast. Ziel ist es, dass die Bewertung unabhängig vom Hautton erfolgt. Die Ergebnisse sollen helfen, die Software weiter zu optimieren.
Neben der Qualität von Lichtbildern spielen auch andere Faktoren wie Beleuchtung oder Haltung des Kopfes eine Rolle. Die Hochschule sucht derzeit weitere Freiwillige, um den Datensatz zu erweitern. Die Software OFIQ ist Open Source und kann kostenlos genutzt werden. Das Projekt ist Teil eines internationalen Forschungsnetzwerks, das sich für eine faire Biometrie einsetzt.
Die Forschung hat das Ziel, dass alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe oder Alter, gleichermaßen von biometrischen Systemen erkannt werden. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, dass biometrische Systeme in der Praxis zuverlässiger und gerechter funktionieren.