Mathildenhöhe: Informationszentrum wird nicht gebaut
Die Stadt Darmstadt hat das geplante Informationszentrum auf der Mathildenhöhe in der ursprünglich geplanten Form abgesagt. Der Oberbürgermeister gab an, dass die Kosten zu hoch seien und ein umfassendes Vermittlungskonzept fehle. Zudem sei die Haushaltslage der Stadt schwierig. Die Stadt will nun zunächst klären, was die Mathildenhöhe an Vermittlungsformen benötigt, bevor über einen Bau entschieden wird. Es sei ein Fehler gewesen, den Bau zu planen, ohne ein solches Konzept vorzuliegen. Bislang waren verschiedene Ämter für das Projekt verantwortlich, was zu einer unklaren Gesamtverantwortung führte. Die Kosten stiegen von sechs auf 21 Millionen Euro. In den letzten Jahren gab es heftige Diskussionen über den Standort, die Kosten und die Notwendigkeit des Projekts. Zuletzt waren Bäume auf dem Gelände gerodet worden, was starken Protest auslöste. Der Osthang soll jedoch weiterhin Teil des Welterbe-Konzepts bleiben.
Das Ensemble der Künstlerkolonie Mathildenhöhe, das seit 2021 als UNESCO-Weltkulturerbe gilt, war Ziel des geplanten Informationszentrums. Der Kulturverein OHA e.V. hatte dort ein alternatives Kulturzentrum betrieben, mit Lesungen, Konzerten und Festivals. Die Rodung von Bäumen im Februar hatte zu massivem Widerstand geführt, unter anderem durch Umweltschützer. Einige Aktivisten wurden mit einem Kran aus den Bäumen geholt. Der Oberbürgermeister betonte, dass der Osthang weiterhin Teil des Welterbe-Konzepts bleiben soll. Die Stadt will nun ein einheitliches Welterbemanagement aufbauen, um die Verantwortung klarer zu definieren.
Die Entscheidung zur Absage des Projekts löste in der Darmstädter Stadtgesellschaft große Aufmerksamkeit aus. Die Diskussionen über das Informationszentrum hatten sich über mehrere Jahre hinweg gezogen. Die Stadt räumte ein, dass die Reihenfolge der Planung falsch gewesen sei. Zunächst müsse geklärt werden, was die Mathildenhöhe an Vermittlungsformen benötige, bevor über die Form und den Umfang eines Gebäudes entschieden werde. Die Kosten für das Projekt stiegen stark, was ebenfalls ein Grund für die Absage war. Die Stadt will nun eine neue Planung vornehmen, die auf einem klaren Konzept basiert.
Die Mathildenhöhe ist ein bedeutender Kulturort mit einer langen Geschichte. Die Künstlerkolonie, gegründet am Ende des 19. Jahrhunderts, ist heute ein wichtiger Teil der Darmstädter Identität. Die UNESCO-Anerkennung unterstreicht die Bedeutung des Ortes. Die Stadt will nun sicherstellen, dass die Vermittlung des Kulturerbes zukünftig besser geplant und umgesetzt wird. Das neue Welterbemanagement soll dazu beitragen, die Verantwortung klarer zu definieren und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu verbessern.
KI-gestützte Zusammenfassung amtlicher Meldungen · Original: hessenschau ↗