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hessenschau · Kultur · 07:13 Uhr

Frankfurter Ausstellung beleuchtet Grönland jenseits von Klischees und Politik

Sonntag, 21. Juni 2026 · 07:13 Uhr

Im Frankfurter Kunstverein ist derzeit die Ausstellung "Grönland – Not For Sale – Kalaallit Nunaat Forever" zu sehen, die sich mit der großen arktischen Insel und ihren Bewohnern beschäftigt. Ausgelöst durch das weltweite Aufsehen um Donald Trumps Äußerungen zur möglichen Übernahme Grönlands im Frühjahr dieses Jahres, stellt die Schau die Insel als lebendige Gesellschaft vor, fernab von gängigen Klischees.

Die Direktorin des Kunstvereins, Franziska Nori, beschreibt die Ausstellung als ein Experiment, das politische Spannungsfelder mittels künstlerischer Mittel erfahrbar machen will. Dabei steht nicht Trump im Fokus, sondern die Menschen vor Ort. Einen zentralen Abschnitt widmet die Schau der Aktivistin und Künstlerin Julie Edel Hardenberg (Paneeraq). Sie thematisiert in ihren Arbeiten den langen Kolonialismus Dänemarks und dessen Folgen für grönländische Identität. Besonders auffällig sind Werke mit den schwarzen Haaren der indigenen Bevölkerung in Kontrast zu skandinavisch-blonden Haaren sowie Verbindungen zum dänischen Dannebrog. Die Ausstellung erinnert zudem an Zwangsverhütungen an jungen Frauen durch dänische Behörden.

Der zweite Teil richtet den Blick auf globale Zusammenhänge: Grönland hat etwa 57.000 Einwohner – ähnlich wie Bad Homburg – doch seine Bedeutung geht weit darüber hinaus. In Kooperation mit dem ALPS-Museum Bern entstand ein Filmprojekt mit eindrucksvollen Naturaufnahmen und Interviews mit Bewohnern über ihre Lebensrealitäten und Herausforderungen wie Klimawandel oder Rohstoffabbau. Forscher erläutern zudem Erkenntnisse aus jahrtausendealten Eisschichten sowie Auswirkungen des sommerlichen Eisschmelzens auf den Meeresspiegel.

Auch ökologische Veränderungen werden dargestellt: Während Küstenregionen weltweit vom steigenden Meeresspiegel bedroht sind, erweitert sich in Grönland landwirtschaftliche Nutzfläche durch auftauendes Eis. An einer landwirtschaftlichen Schule wird bereits kaltenresistente Gerste angebaut. Gleichzeitig eröffnet das Abschmelzen neue Bergbaumöglichkeiten für begehrte Rohstoffe wie Seltene Erden – was jedoch massive Umweltschäden nach sich ziehen kann. Die Gegensätze zwischen einem abgelegenen Fischerdorf im Norden und dem urbaneren Leben in Nuuk unterstreichen die Vielfalt der Inselgesellschaft. Zudem thematisiert ein Video touristische Belastungen sowie Eingriffe in Landschaft durch Infrastrukturprojekte wie Flughafenverlängerungen.

Quelle: hessenschau – hessenschau.de · automatisch zusammengefasst

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