Frankfurter Obdachlosenunterkunft muss vorübergehend schließen
Die größte Notunterkunft für Obdachlose in Frankfurt muss vorübergehend geschlossen werden. Grund ist ein unzureichender Brandschutz, wie Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) am Montagabend mitteilte. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) kündigte den Mietvertrag für die Unterkunft in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor mit sofortiger Wirkung. Die Stadt plant nun, in der nahegelegenen Eschenheimer Anlage Zelte aufzustellen, um die Betroffenen unterzubringen. Die Unterkunft war seit 2018 in Betrieb und wurde besonders in der aktuellen Hitzewelle stark genutzt. Die VGF hatte zuvor angekündigt, die Einrichtung im September zu schließen. Der Streit zwischen Stadt und VGF war bereits vor der Kündigung entstanden, da die Stadt der Verkehrsgesellschaft vorwarf, keine Alternativen vorgeschlagen zu haben.
Die VGF verwies auf eine Brandschutzprüfung, die ergeben habe, dass die Räume im Brandfall zu schnell verrauchen könnten. Sozialdezernentin Voitl betonte, dass die extreme Hitze für Obdachlose eine große Gefahr darstelle und eine schnelle Lösung notwendig sei. Die Zelte sollen vorerst als Ersatz dienen, bis eine dauerhafte Alternative gefunden wird. Die Schließung der Unterkunft hat in der Stadt für Diskussionen gesorgt, da viele Menschen auf die Einrichtung angewiesen sind.
Die B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor war seit Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Obdachlose, besonders in den kälteren Monaten. In der aktuellen Hitzewelle war die Zahl der Nutzer gestiegen, da die Räume als Schutz vor den hohen Temperaturen dienten. Die Stadt und der Katastrophenschutz arbeiten nun daran, eine sichere und zeitnahe Unterbringung zu gewährleisten. Die VGF betonte, dass die Entscheidung auf den Ergebnissen der Brandschutzprüfung beruhe und nicht aus anderen Gründen getroffen worden sei.
Die Schließung der Unterkunft wirft die Frage auf, wie Obdachlose in Zukunft untergebracht werden können. Die Stadt hat bisher keine detaillierten Pläne für eine langfristige Lösung bekannt gegeben. Die Zelte in der Eschenheimer Anlage sollen nur eine vorübergehende Maßnahme sein, bis eine dauerhafte Alternative geschaffen wird. Die Situation zeigt, wie sensibel die Unterbringung von Obdachlosen in extremer Wetterlage ist und wie wichtig es ist, schnell und sicher zu reagieren.