Zelte für Obdachlose im Frankfurter Eschenheimer Tor voll belegt
In Frankfurt mussten die Obdachlosen in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor ihre Notunterkunft verlassen. Als kurzfristige Lösung richtete die Stadt ein Zeltlager in der Eschenheimer Anlage ein. Insgesamt stehen dort 100 Schlafplätze zur Verfügung, die in der ersten Nacht vollständig belegt waren. Die Zelte wurden unter Bäumen aufgestellt und mit Feldbetten sowie Sitzgelegenheiten ausgestattet. Ein Versorgungszelt wurde ebenfalls eingerichtet. Die Feuerwehr und ehrenamtliche Helfer halfen bei der Aufbauarbeit. Die Stadt betonte, dass es sich um eine Notlösung handle, da die vorherige Unterkunft aufgrund von Brandschutzproblemen geschlossen werden musste. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hatte den Mietvertrag wegen der Sicherheitsbedenken gekündigt. Die Suche nach einer dauerhaften Unterkunft läuft weiter. Die Notunterkunft war seit 2018 eingerichtet worden und hatte in der Vergangenheit oft mehr Menschen aufgenommen, als ursprünglich geplant war.
Die VGF gab an, dass die Entscheidung zur Kündigung bereits Ende Mai getroffen worden sei. Trotz intensiver Suche konnten keine alternativen Räumlichkeiten gefunden werden. Auch der ehemalige Techno-Club am Roßmarkt wurde geprüft, blieb aber nicht als Ersatz geeignet. Die Stadt forderte andere Ressorts auf, nach langfristigen Lösungen zu suchen. Das Zeltlager solle nur eine vorübergehende Maßnahme sein. In der Nacht zum Dienstag wurden mobile Toiletten am Standort aufgestellt. Die Obdachlosen hatten bislang täglich Zugang zu Schlafplätzen, Verpflegung und Schutz vor der Hitze.
Die Notunterkunft am Eschenheimer Tor war ursprünglich für den Winter 2018 eingerichtet worden. Sie bot bis zu 150 Plätzen, die in der Regel überschritten wurden. In der kalten Jahreszeit konnten bis zu 180 Menschen dort übernachten. Die Stadt und der Frankfurter Verein sorgten für Versorgung und Betreuung. Auch im Sommer halfen Helfer mit dem Hitzebus. Die aktuelle Situation zeigt, dass die Suche nach einer dauerhaften Lösung dringend notwendig ist. Die Zelte sind zwar eine schnelle Reaktion, aber keine langfristige Antwort auf das Problem der Obdachlosigkeit.
Die Stadt Frankfurt betont, dass die Notunterkunft in der U-Bahn-Station nicht mehr sicher genug war. Die Brandschutzvorschriften konnten nicht eingehalten werden. Die VGF gab an, dass es keine technischen oder organisatorischen Maßnahmen gab, die die Risiken beseitigen konnten. Die Suche nach einer dauerhaften Unterkunft in der Innenstadt geht weiter. Obdachlose Menschen benötigen zentrale Standorte, da sie oft nicht mobil sind. Die Stadt hofft, in Kürze eine Alternative zu finden, die den Bedürfnissen der Menschen entspricht.