Unicredit erhöht Anteil an Commerzbank auf fast 44 Prozent
Die italienische Unicredit hat ihren Anteil an der Commerzbank auf rund 44 Prozent ausgebaut. Mit dem Kaufangebot, das bis zum 3. Juli läuft, konnten die Italiener 17,6 Prozent der Aktien erwerben. Zuvor hielten sie bereits 26,77 Prozent. Zudem verfügen sie über Kaufoptionen, die den Anteil auf über 47 Prozent erhöhen könnten. Die Aufsichtsbehörden müssen die Übernahme genehmigen, darunter die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission. Die Commerzbank-Chefin und der hessische Ministerpräsident fordern einen konstruktiven Dialog, um die Interessen aller Beteiligten zu wahren.
Die Unicredit hatte im Mai ein Übernahmeangebot vorgelegt, das 0,485 eigene Aktien pro Commerzbank-Anteil vorsah. Zwar lag das Angebot zunächst unter dem Kurs der Commerzbank-Aktien, doch mit dem gestiegenen Kurs der Unicredit wurde es attraktiver. Der Unicredit-Chef will mit der Übernahme eine europäische Großbank schaffen und Milliardeneinsparungen anstreben. Dazu gehören auch 7.000 Stellen bei der Commerzbank.
Die Commerzbank lehnt die Übernahme ab, ebenso wie der Bund und die Belegschaft. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein appellierte an beide Seiten, sich zu einem Gespräch zu verpflichten. Er betonte, dass der Finanzplatz Frankfurt und die Commerzbank als Mittelstandsfinanzierer nicht geschwächt werden dürfen. Gleichzeitig forderte er, dass die Unicredit mit ihrem Anteil verantwortungsvoll umgehen solle.
Die geplante Übernahme ist nach Ansicht der Unicredit wahrscheinlicher geworden. Allerdings hängt sie weiterhin von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der Verkaufsbereitschaft weiterer Aktionäre ab.