Frankfurter Netzskulptur sorgt für Kontroversen um Kosten und Vergabe
Die Installation der Netzskulptur „A Sky full of Hope“ über der Konstablerwache in Frankfurt löst in der Öffentlichkeit heftige Diskussionen aus. Die Stadt hat für das Kunstwerk 2,3 Millionen Euro bereitgestellt, was auf sozialen Plattformen zu Kritik führt. Die Kulturdezernentin Ina Hartwig begründet die Ausgaben mit dem Zweck der Stadtbelebung, während Kritiker die fehlende Transparenz und die fehlende Ausschreibung kritisieren. Es gab keine öffentliche Abstimmung oder Wettbewerb, sondern die Vergabe erfolgte direkt an die US-Künstlerin Janet Echelman. Die Stadt begründet die Geheimhaltung der Kosten mit dem Hessischen Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetz.
Die Installation ist Teil der „Initiative Innenstadt“ aus dem Jahr 2022, die 30 Millionen Euro für die Belebung der Stadt bereitstellt. Ein Teil der Mittel wurde im Nachtragshaushalt 2025 für die „Innenstadtilluminierung anlässlich World Design Capital 2026“ genutzt. Die Stadt hat keine konkreten Beschlüsse über das Kunstwerk getroffen, sondern beruft sich auf die allgemeine Finanzierung. Experten kritisieren, dass die Vergabe ohne Wettbewerb erfolgt ist, obwohl das Vergaberecht für Projekte ab 750.000 Euro eine öffentliche Ausschreibung vorsieht. Der Vergaberechtler Jonas Kollewe betont, dass die Ausnahme für einzigartige Kunstwerke eng ausgelegt werden müsse.
Die Stadt macht keine detaillierten Angaben zu den Kosten, was auf sozialen Medien zu Forderungen nach mehr Transparenz führt. Das Kulturdezernat begründet die Geheimhaltung mit dem Schutz wirtschaftlicher Interessen von Künstlern und Agenturen. Juristen konnten die rechtliche Grundlage dafür nicht eindeutig klären. Ähnliche Situationen gab es bereits in anderen Städten, etwa in Hamburg, wo ein Vertrag erst nach öffentlichem Druck veröffentlicht wurde.
Die Debatte um die Netzskulptur zeigt, wie komplex die Vergabe von Kunstprojekten im öffentlichen Raum sein kann. Während die Kulturdezernentin die Ausgaben als sinnvoll betrachtet, bleibt die Frage nach der Transparenz und dem demokratischen Prozess offen.