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Fußballer Amad Diallo aus der Elfenbeinküste: Weg mit falschen Papieren und falschen Eltern

Montag, 29. Juni 2026 · 15:36 Uhr

Amad Diallo, 23 Jahre alt, hat in der Elfenbeinküste als Fußballprofi Erfolg. Sein Siegtor bei der Weltmeisterschaft gegen Ecuador sorgte für Aufmerksamkeit. Doch sein Weg in den Profifußball war umstritten. Laut Berichten wurde er mit falschen Einreiseunterlagen nach Italien gebracht. Damals gaben Hamed Mamadou Traorè und seine Frau als Diallos Eltern aus. Der italienische Fußballverband (FIGC) ermittelte gegen Traorè, der sich später als nicht schuldig bezeichnete. Diallo musste eine Geldstrafe zahlen und änderte seinen Namen. In Italien spielte er zunächst für Atalanta, später bei Manchester United. Dort kam er nur selten zum Einsatz, bis er unter Rúben Amorim zum Stammspieler wurde. Nun spielt er bei der Elfenbeinküste in der Weltmeisterschaft und hofft auf weitere Erfolge.

Die Geschichte von Diallo zeigt, wie junge Fußballtalente aus Westafrika oft unter schwierigen Bedingungen in den Profifußball gelangen. Laut einer Organisation werden jährlich tausende Kinder aus der Region nach Europa geschmuggelt. Viele Familien investieren große Summen, um den Kindern den Traum vom Fußball zu ermöglichen. Doch oft führt das zu Betrug und Ausbeutung. Diallo blieb diesem Schicksal im Vergleich zu vielen anderen Gleichaltrigen wohl erspart. Sein Weg war jedoch nicht frei von Kontroversen.

Die italienischen Behörden untersuchten, ob Menschenhandel vorlag. Es stellte sich heraus, dass Diallo und sein vermeintlicher Bruder mit falschen Dokumenten nach Italien gelangten. Die DNA-Tests zeigten, dass Traorè und seine Frau nicht die leiblichen Eltern der Jungen waren. Dennoch kam es zu keinem Strafverfahren, da die Jungen angeblich bewusst in ihrer Situation blieben. Diallo selbst äußerte sich nicht öffentlich über seine Kindheit in Italien. Nur selten sprach er über seine Erfahrungen.

Seine Mutter zeigte sich nach seinem ersten Spiel für Manchester United emotional. Sie glaubte an seine Zukunft, wie er selbst. Doch Diallos Karriere in England war zunächst schwierig. Er kam nur selten zum Einsatz und wurde an andere Vereine verliehen. Erst unter dem neuen Trainer Rúben Amorim entwickelte er sich zu einem wichtigen Spieler. Nun hofft er, mit der Elfenbeinküste weiterzukommen und seine Karriere zu stabilisieren.

Quelle: SZ Sport – sueddeutsche.de ↗ · automatisch zusammengefasst