Norwegen erreicht Achtelfinale und feiert mit Wikinger-Choreografie
Die norwegische Fußballnationalmannschaft hat sich nach einem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste erstmals seit 1998 in das Achtelfinale einer WM qualifiziert. Nach jedem Sieg führen die Spieler und Fans eine choreografierte Ruderbewegung durch, die an die Wikinger erinnert. Kapitän Martin Ödegaard leitete die Aktion im Stadion von Dallas. Die Choreografie, bekannt als „Viking Row“, hat sich in Norwegen und weltweit zu einem Symbol des Zusammenhalts entwickelt. Auch in den Straßen Oslos und am Times Square wurde sie bereits nachgespielt.
Die Mannschaft unter Trainer Stale Solbakken zeichnet sich durch eine starke Teamkultur aus, die auf Reformen seit 2013 zurückgeht. Spieler wie Erling Haaland und Ödegaard sind Ergebnisse dieser Entwicklung. Sie verfolgen den Teamgedanken, obwohl sie als Individualisten bekannt sind. Norwegen hat sich in der WM bislang durch Spielintelligenz und Kombinationssicherheit hervorgetan. In der Vorrunde gewannen sie gegen Senegal und Irak und schlugen zudem Frankreich mit einer kalkulierten Rotation.
Die Ausbildung der Nachwuchsspieler wurde 2013 grundlegend überarbeitet. Mit der National Team School lernen junge Spieler, Situationen im Spiel zu lösen, oft mit Hilfe von Virtual-Reality-Technik. Dieser Ansatz hat Norwegen in der Entwicklung von Spielern wie Haaland oder Ödegaard vorangetrieben. Zudem hat sich das Interesse europäischer Klubs an norwegischen Spielern erhöht. Aktuell sind 17 Spieler aus dem WM-Kader in englischen, spanischen, deutschen und italienischen Vereinen aktiv.
Solbakken, der selbst in seiner Spielerzeit einen Herzstillstand überlebte, vertritt ein reflektiertes Verständnis von Sport. Obwohl er 2024 die EM verpasste, hat sich die Mannschaft langfristig verbessert. Mit nur einem Spieler über 30 Jahren ist das Team jung und dynamisch. Sollte Norwegen auch gegen Brasilien gewinnen, wird die „Viking Row“ erneut gezeigt – ob Sieg oder Niederlage, die Tradition bleibt.