Fußballprofi Patrick Erras beendet Karriere nach Kopfverletzung
Patrick Erras, 31, hat seine Profikarriere im Mai 2025 beendet, nachdem er im Dezember 2024 während eines Trainings bei Holstein Kiel eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Die Verletzung führte zu einem Post-Concussion-Syndrom, das ihn bis heute belastet. Er leidet unter Kopfschmerzen, Schwindel und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm. Erras, der zuvor für Kiel, Werder Bremen und den 1. FC Nürnberg gespielt hatte, ist nun Vater zweier Töchter und lebt in Amberg. Er betont, dass er sich nicht mehr auf den Fußball konzentrieren kann und sich auf den Alltag fokussiert.
Die Verletzung ereignete sich während eines Trainings, als ein Ball aus kurzer Distanz gegen seinen Kopf geschossen wurde. Er musste danach ins Krankenhaus und wurde für zwei Wochen aus dem Spielbetrieb genommen. Doch die Beschwerden hielten länger an, und nach einigen Versuchen, wieder zu trainieren, stellte er fest, dass es keinen Sinn mehr machte. Er sei nicht mehr in der Lage, sich auf den Fußball zu konzentrieren, sagte er. Die Diagnose sei eindeutig gewesen, und er habe sich damit abgefunden.
Die Verletzung war für Erras nicht die erste. Schon in seiner Jugend hatte er einen Kreuzbandriss erlitten, den er leichter verarbeiten konnte. Doch die Gehirnerschütterung war anders. Die Sportneuropsychologin Franka Weber aus Kiel betont, dass solche Verletzungen in der Bundesliga erst seit einigen Jahren ernster genommen werden. Seit 2019 gibt es Baseline-Tests, um die Auswirkungen von Kopfverletzungen besser zu verstehen. Trotzdem sei es schwierig, sicherzustellen, dass Spieler nicht zu früh zurückkehren.
Erras ist sich bewusst, dass sein Fall selten ist. Er hat sich mit anderen Spielern getroffen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Einige von ihnen konnten nach mehreren Monaten wieder spielen, andere mussten ihre Karriere beenden. Er selbst hat sich entschieden, sich auf das Leben außerhalb des Fußballs zu konzentrieren. Er hat Sportmanagement studiert und plant, in Zukunft etwas im Sportbereich zu machen, sofern seine Gesundheit es erlaubt.